Amplitudenmodulierte Raster

4. Februar 2014 | Von | Kategorie: Farbseparation, Lernfeld 3, Print, Rastertechnik, Zwischenprüfung 2014

Grundsätzlich unterscheidet man beim elektronischen Rastern zwischen zwei Typen: die frequenzmodulierten (FM) Raster und die amplitudenmodulierten (AM) Raster.
Bei AM-Rastern bleibt der Abstand zwischen den einzelnen Bildpunkten (Frequenz) gleich, während sich die Grösse (Amplitude) je nach Tonwert ändert. Rasterkenngrössen bilden die Rasterweite, die Rasterpunktform und die Rasterwinkelung.

Die Rasterweite

Die Rasterweite beschreibt die Anzahl der Rasterelemente pro Streckeneinheit. Diese wird in L/cm oder lpi gemessen. Je höher der Wert, also je mehr Linien auf einer Streckeneinheit vorkommen, desto feiner ist das Raster. Unter der Linie versteht man jedoch keineswegs eine durchzogene, sondern vielmehr eine gedachte Linie. Für das Rastern ist entscheidend, wie gross die Rasterzelle, in die ein Bildpunkt übersetzt werden soll, gewählt wird. Eine Rasterzelle von 3 mal 3 dots ist in der Lage, 9 Graustufen darzustellen. Eine Rasterzelle von 5 mal 5 dots kann 25 Graustufen darstellen. Für die volle Farbtiefe eines Graustufenbildes benötigt man theoretisch 16 mal 16 dots.

Zum Bestimmen der Rasterweite gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten:

Man zeichnet eine Linie durch die Punkte mit dem kürzesten Abstand und zählt diese Punkte pro Zentimeter resp. pro inch aus. Der Wert ergibt die Rasterweite. In diesem Falle beträgt sie 10 L/cm.

 

Um die Rasterweite zu messen, kann man sich auch den Moiré-Effekt zu nutze machen. Dazu legt man einen Rasterkeil, der ein sich stetig änderndes Raster darstellt, auf das Bild. Somit kann man die Interferenzen, die zwischen dem Raster des Rasterkeils und dem des Bildes auftreten, erkennen. Die Rasterweite kann anschliessend auf der Skala des Rasterkeils abgelesen werden.

 

Die zu wählende Rasterweite hängt nicht nur von der Auflösungsmöglichkeit des Ausgabegeräts ab, sondern auch vom Papier, auf welches gedruckt werden soll. Nur sehr hochwertige Papiere sind auch in der Lage, sehr feine Raster wieder zu geben. Folgende Rasterweiten werden beim konventionellen Raster verwendet:

Folgendes Beispiel zeigt den Zusammenhang zwischen dpi und lpi. Die Rasterzellen sind 5 mal 5 dots gross, können also 25 Graustufen darstellen. Es befinden sich 4 Rasterzellen auf der Strecke von einem Inch, also hat das Beispiel 4 lpi. Somit lässt sich die Auflösung berechnen: 4 Rasterzellen à 5 dots sind 20 dpi.
Bei der Auflösung gilt die Faustregel: zwei Punkte auf einen Rasterpunkt. Daraus ergibt sich bei einem 60er Raster eine Auflösung von 120 Pixel/Zentimeter oder umgerechnet rund 300 dpi.

 

25-40 L/cm Zeitungsdruck
48-54 L/cm Offsetdruck auf minderwertigem Papier
60 L/cm Standard für glattes Papier
70 L/cm Qualitätsdruck auf hochwertigem Kunstdruckpapier oder für Tiefdruck

Quelle: http://old.iezzi.ch/mmedu03/raster.html

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