Autotypische Farbmischung

7. April 2013 | Von | Kategorie: Farbe, Farbe sehen, Farbseparation, Rastertechnik

Autotypische Farbmischung bezeichnet die Kombination von subtraktiver und additiver Farbmischung. Zunächst ist Voraussetzung, dass auf einer gedruckten Fläche lasierende (lichtdurchlässige) Druckfarben übereinander liegen, sodass mit jeder Farbschicht die jeweiligen Lichtanteile vom weißen Licht absorbiert werden können. In den Bereichen, in denen sich Rasterpunkte überlappen, gelangt somit nur das subtraktiv gemischte Licht in unser Auge. Gleichzeitig werden vom Auge ab einem bestimmten Betrachtungsabstand die dicht nebeneinander liegenden Rasterpunkte nicht mehr als einzelne Punkte erkannt. Für die Farbwahrnehmung werden dadurch die einzelnen remittierten Lichtanteile der sich überlappenden und frei liegenden Rasterpunkte zu einem Gesamtfarbeindruck addiert. Grundfarben der autotypischen Farbmischung für die Druckindustrie sind:

 

  • Cyan
  • Magenta
  • Yellow
  • Schwarz (wird zur Steigerung von Bildkontrasten und für schwarze Schrift benötigt)

 

Wesentlich ist, dass die einzelnen Rasterpunkte sich nicht zu 100% überlappen dürfen. Eine autotypische Farbmischung könnte so nicht erfolgen, denn bei vier Farben wäre dann jeder Rasterpunkt schwarz. Um dies zu verhindern, werden die Rasterpunkte jeder einzelnen Farbe C, M, Y, K in eine andere Winkellage zueinander gebracht. Durch die lineare Anordung der Rasterpunkte ergeben sich sogenannte Rasterpunktlinien:

Zusammendruck von Yellow und Magenta:

 

Zusammendruck von Yellow und Cyan:

 

Zusammendruck von Cyan und Magenta:

 

Zusammendruck von Yellow, Magenta, Cyan und Schwarz:

 

Die Winkelung erfolgt dabei nicht willkürlich, denn bei einer Überlagerung von vier gleichmäßigen Rasterstrukturen für CMY und K ist die Wahl der Rasterwinkel stark eingeschränkt. Die auffälligste Farbe ist Schwarz. Sie wird deshalb in dem unauffälligsten Winkel von 45° gedruckt. Es folgen Cyan mit 75° und Magenta mit 15°. Yellow ist die unaufdringlichste Farbe und bekommt den ungünstigsten Winkel von 0°.

Durch die Trägheit des Auges erkennen wir ab einem bestimmten Abstand die feine Rasterstruktur des mit CMYK gedruckten Bildes nicht:

Zoomen wir in das Vierfarbbild hinein, erkennen wir hingegen deutlich die Rasterstruktur mit den verschiedenen Rasterwinkeln. Bei einer optimalen Verwinkelung ergibt sich eine schöne „Rosettenstruktur“ der Rasterpunkte:
Ein nochmaliger Zoom lässt weitere Details erkennen. So haben die einzelnen Rasterpunkte auch verschiede Flächengrößen. Autotypische Farbmischung bedeutet deshalb auch, dass die Farbwirkung durch variable Rasterpunktgrößen bei gleich bleibender Farbschichtdicke aller beteiligten Farben erzeugt wird. Der Vollständigkeit halber sei auch erwähnt, dass Rasterpunkte nicht immer nur kreisrund sein müssen, also punktförmig. Es gibt beispielsweise auch ellipsenförmige oder eckige in vielen Varianten.
Erfolgt keine optimale Verwinkelung der Rasterpunktlinien, entsteht durch die Überlagerung der regelmäßigen Rasterstrukturen ein störendes Muster im Bild. Dieses Muster wird Moiré genannt und ist auf jeden Fall zu vermeiden:

Hier wurden zur Erzeugung eines unschönen Moirés zwei Magenta-Farbauszüge mit 5° zueinander verwinkelt:

 

 

Quelle: http://knoll.ausbildung-dresden.de/farbmischung_4.htm

Keine Kommentare möglich.