China baut den schnellsten Computer der Welt

24. Juni 2013 | Von | Kategorie: Computer, NEWS, ohne Kategorie

18.06.2013

33 Billiarden Rechenschritte – pro Sekunde! In einer chinesischen Militäruniversität steht der leistungsfähigste Supercomputer auf dem Planeten. Er kann atomare Kettenreaktionen berechnen.

Der chinesischer Superrechner Tianhe-2

China hat den schnellsten Computer der Welt gebaut. Wie aus der aktuellen Liste der leistungsfähigsten Großrechner hervorgeht, plazierten die Chinesen sich mit der Anlage „Tianhe-2“ auf den ersten Platz der am Montag veröffentlichten Liste der „Top 500“ schnellsten Computer. Das System kommt auf eine Rechenleistung von mehr als 33 Billiarden Rechenschritte in einer Sekunde – und wird betrieben von rund 3,2 Millionen Hochleistungsprozessoren. Das entspricht fast der doppelten Leistung der bisherigen Nummer eins der Liste. Mit Chinas großem Sprung nach vorn haben die Amerikaner und Japaner ihre Vormachtstellung bei den leistungsstärksten und schnellsten Rechenanlagen (vorerst) eingebüßt.

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Die sogenannten Supercomputer sind Höchstleistungsrechner, die in kühlschrankhohen Boxen in großen und gut gekühlten Hallen untergebracht sind. Sie werden vor allem in der Grundlagen- und Anwendungsforschung eingesetzt. Innerhalb kürzester Zeit können sie riesige Berge von Daten bearbeiten. Damit lassen sich von einer atomaren Kettenreaktion bis hin zu Veränderungen des Klimas auf der Welt Simulationen verschiedenster Art ausführen.

 

Die Branche wird von japanischen und amerikanischen Herstellern wie IBM, NEC, Cray oder HP dominiert. Nun aber drängen auch die Chinesen mit Herstellern wie Dawning Information und Nudt auf diesen Markt. Mit Supercomputern werden im Jahr etwa 11 Milliarden Dollar erlöst. China hatte sich im Jahr 2010 mit dem Superrechner „Nebulae“, einer der stärksten Rechenmaschinen der Welt, unter die leistungsfähigsten Anbieter geschoben. Das sorgte für viel Aufsehen. Vor drei Jahren hatte das Reich der Mitte 24 Großrechner unter den 500 schnellsten Rechnern der Welt, in diesem Jahr sind es 65.

 

„Titan“ nur auf Platz zwei

Die riesige chinesische Rechenmaschine „Tianhe-2“ wurde von der Nationalen Universität für Verteidigungstechnologie in Changsha in der Hunan-Provinz errichtet. Sie hat einen Strombedarf, den acht Windturbinen erzeugen müssen. In ihr sind Teile eingesetzt, die vorwiegend von amerikanischen Herstellern wie Intel stammen. Der Chiphersteller hatte die erst vor wenigen Wochen vorgestellten neuen Prozessoren an die Chinesen geliefert. Rund 80 der 500 schnellsten und größten Computer der Welt sind mit Steuerbausteinen von Intel bestückt. Auf den Verbrauchermärkten rüstet Intel 90 Prozent aller Personalcomputer mit seinen Chips aus.

 

Auf den zweiten Platz der jüngsten Computer-Hitliste steht die als „Titan“ bezeichnete Rechenanlage des Herstellers Cray. Sie wird vom amerikanischen Energieministerium unter anderem für Material- und Klimaforschung genutzt. „Titan“ war mit einer neuartigen Architektur vor einem halben Jahr an die Spitze der Liste gelangt. Die Anlage kommt auf mehr als 17 Billiarden Rechenschritte in einer Sekunde. Anders als andere Superrechner erbringen 90 Prozent der Rechenleistung von „Titan“ Grafikprozessoren des Herstellers Nvidia.

 

Auch Deutschland spielt in der Rangliste der leistungsfähigsten Rechner, die zweimal im Jahr veröffentlicht wird, wieder vorn mit: Das im Forschungszentrum Jülich betriebene und vom amerikanischen IT-Konzern IBM gebaute System „Juqueen“ hat eine Spitzenleistung von 4,1 Billiarden Berechnungen in einer Sekunde. Damit kommt es in der aktuellen Liste auf Rang sieben. Das als „SuperMuc“ bezeichnete System aus dem Leibniz-Rechenzentrum bei München belegt mit 2,8 Billiarden Berechnungen je Sekunde Platz neun. Die IBM-Anlage wird von Wissenschaftlern an der Münchner Universität und der Bayerischen Akademie der Wissenschaft genutzt.

 

Quelle: http://www.faz.net

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