Drupal im Vergleich mit anderen Content-Management-Systemen

29. November 2013 | Von | Kategorie: Cloud & Co, Content Management System, Non Print

Das Content-Management-System Drupal gehört mit seinen über 24.000 Modulen und weit über 29.000 Entwicklern zu einem der größten Content-Management-Systeme (CMS) weltweit. Selbst Webauftritte wie bspw. die des Weißen Hauses basieren auf Drupal. Grund genug, sich das System Drupal einmal näher anzusehen und die Vor- und Nachteile gegenüber anderen großen CMS aufzuzeigen und ggf. im Anschluß zu diskutieren. Drupal ist als CMS für Communities bekannt geworden. Dank der Vielzahl an unterschiedlichsten Modulen, die für das Content-Management-System zur Verfügung stehen, lässt es sich darüber hinaus aber für zahlreiche andere Bereiche einsetzen. Es liefert einen Grundstock an verschiedenen Funktionen, über die der Nutzer seine eigene Website erstellen und anpassen kann.

 

 

Die Installation ist einfach und erfolgt in wenigen Schritten über eine entsprechende GUI (graphical user interface). Dabei wird geprüft, ob der Server, auf dem Drupal installiert wird, alle notwendigen Mindestvoraussetzungen erfüllt (z.B. für die PHP-Version), und es werden Informationen zur Datenbank sowie zu Titel und Benutzer der Website hinterlegt. Als Datenbanksystem wird dabei MySQL empfohlen, es werden aber auch PostgreSQL und SQLite (ab Drupal-Version 7) unterstützt.

Drupal – Das Web-Framework

 

Prinzipiell ist zu sagen, dass Drupal mehr ist als ein CMS. Es fungiert als Web-Framework, welches es ermöglicht, die verschiedensten Webanwendungen umzusetzen und zu realisieren. Für diesen Zweck liefert es alle notwendigen Techniken, die zur Entwicklung und Erweiterung eigener Anwendungen benötigt werden. Dank einer umfangreichen API haben Entwickler die Möglichkeit, Drupal um eigene Module zu erweitern und somit um neue Funktionen zu ergänzen.

 

Prinzipiell ist zu sagen, dass Drupal mehr ist als ein CMS…

 

Genau diese Erweiterbarkeit ist auch eine der größten Stärken von Drupal. Wie eingangs erwähnt, sind aktuell über 24.000 Module auf drupal.org gelistet (Stand: Oktober 2013). Damit ist es möglich, den eigenen Webauftritt um verschiedene Funktionen zu erweitern und auszubauen. Diese Module können über die drupal.org-Seite heruntergeladen und dann in der eigenen Drupal-Installation eingespielt werden, alternativ ist auch eine direkte Installation von Modulen über das Backend möglich. Über das Backend können dann auch komfortabel neue Updates zu Drupal selbst oder zu den installierten Modulen heruntergeladen und installiert werden.

Vielfältig von Drupal

 

Die Community spielt dabei eine zentrale Rolle: Ohne sie wäre eine derartige Fülle an Modulen für Drupal kaum möglich. Über 29.000 Entwickler (Stand: Oktober 2013) sind allein auf drupal.org registriert und kümmern sich um die Weiterentwicklung des Systems sowie die Entwicklung verschiedenster Module zur Erweiterung von Drupal. Nicht umsonst begrüßt Drupal die Besucher ihrer Website mit ihrem Slogan „Come for the software, stay for the community“.

 

 

Wie weit die Erweiterbarkeit und Flexibilität von Drupal geht, belegen die über 600 verfügbaren Distributionen (Stand: Oktober 2013), die allein auf Basis von Drupal entwickelt wurden. Eine Distribution basiert auf Drupal, ist dabei aber auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten und bietet bereits passende und vorinstallierte Themes und Module, mit denen die Nutzer dann schnell ein auf ihre Bedürfnisse angepasstes System installieren und einrichten können. Das erspart ihnen die Installation des Grundsystems und dem anschließenden Suchen, Installieren und Konfigurieren aller Module, die sie für ihre Zwecke brauchen. Beispielhaft sei hier die Distribution „Commerce Kickstart“ genannt, die alles mitbringt, um einen eigenen Web-Shop umzusetzen. Oder „Acquia Drupal“, welche einige nützliche Module wie einen umfangreichen Text-Editor enthält und sich damit primär an Einsteiger richtet. Oder „Open Publish“ zum Erstellen, Verwalten und Präsentieren von Nachrichten. Oder „ERPAL“ zur Projekt- und Mitarbeiterverwaltung, Ressourcenverwaltung und zum Dokumentenmanagement. Oder oder oder…

Schattenseiten von Drupal

 

Wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten: So schön die Unterstützung der Community und die Modul- und Distributions-Vielfalt von Drupal auch ist, so gibt es hierbei auch einen entscheiden Nachteil: Erscheint eine neue Version von Drupal, kann es passieren, dass einige Module nicht mehr mit dieser neuen Version kompatibel sind; die Entwickler müssen sich an dieser Stelle erst um ein Update kümmern. Das bedeutet auch, dass nicht alle Module sofort mit einer neuen Drupal-Version eingesetzt werden können. Was bleibt, ist entweder diesen Umstand in Kauf zu nehmen und auf einige Module zu verzichten oder mit dem Update von Drupal zu warten, ehe die benötigten Module auch ein Update erhalten haben. Was bei Modulen ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, ist deren installierte Anzahl. Denn ein Drupal-System mit Unmengen installierter Module kann sehr schnell sehr langsam werden. Hier gilt es darauf zu achten, wirklich nur die Module zu installieren, die auch tatsächlich für das eigene Drupal-Portal benötigt werden, andernfalls kann die Performance der Website maßgeblich darunter leiden.

Fazit

 

Drupal ist definitiv ein spannendes Open-Source- und CMS-Projekt und hat sich seit seinem Erscheinen 2001 sehr gut gemacht und entwickelt, nicht zuletzt dank der wahnsinnig aktiven Community. Denn mit seiner Flexibilität, Erweiterbarkeit und Stabilität braucht sich Drupal nicht hinter anderen großen CMS wie Joomla!,Typo3 oder WordPress zu verstecken. Nichts desto weniger gilt es immer abzuwägen, wann der Einsatz von Drupal Sinn macht und wann nicht. So ist für kleine Webauftritte und Blogs sehr wahrscheinlich WordPress die bessere Wahl, wohingegen große, content-lastige Webauftritte mit redaktionell gepflegten Inhalten womöglich auf Typo3 setzen sollten. Für alle anderen: Werft mal einen Blick auf Drupal!

 

 

Quelle: http://webstandard.kulando.de

Keine Kommentare möglich.