Farbkalibrierung: Alles so schön bunt hier!

9. Dezember 2014 | Von | Kategorie: Colormanagement, NEWS

Bildschirm-Farbe ist nicht gleich Druck-Farbe

Wer hat sich nicht schon darüber geärgert, dass Fotos, die am Bildschirm wunderschön aussehen, im Ausdruck farblich völlig entstellt sind? Egal, ob du am heimischen Tintenstrahldrucker, dem Farblaserdrucker im Copyshop oder über den Profidrucker eines Fotodienstes druckst. Dass jedes Gerät Farben unterschiedlich darstellt, kann man am einfachsten im Elektronikmarkt vor einer Reihe von Fernsehern feststellen: Manche Bilder wirken flau, andere knallig und Hautfarben sehen so aus, als ob die betreffende Person entweder unter schlimmem Sonnenbrand oder Übelkeit leidet. Und auch dein Monitor zeigt die Farben anders, als sie eigentlich aussehen.

Um die Darstellung von Monitor und Ausgabegerät aufeinander abzustimmen, müssen die beiden Geräte wissen, wie sie Farbinformationen darstellen sollen. Da Monitore und z.B. Druckmaschinen Farben unterschiedlich verarbeiten, gibt es LUTs (Lookup Tables = Farbtabellen), die für die Übersetzung der Informationen sorgen. Das nennt man Farbmanagement. Um die Darstellung des Monitors zu optimieren, muss erst mit einer Farbkalibrierung der Ist-Zustand festgestellt werden. Die anschließende Einstellung der Farbausgabe wird mit einer Software gesteuert.

Theoretisch könntest du den Ausdruck eines Fotos mit dessen Darstellung am Monitor vergleichen und Farbeinstellungen, Helligkeit und Kontrast manuell vornehmen. Allerdings kann man sich ja nicht immer darauf verlassen, was man mit eigenen Augen sieht. Wer Wert darauf legt, dass der Himmel auf den fertigen Urlaubsfotos zuverlässig genauso blau ist wie am Bildschirm, der sollte etwas mehr Aufwand investieren.

 

 

Kalibrierung über die Systemeinstellungen des Mac

Die einfachste Variante für Mac-Nutzer ist die Einstellung mit dem Kalibrierungsassistenten und die Erstellung eines eigenen ColorSync Profils. Dazu musst du die Systemeinstellungen öffnen, ”Monitore“ wählen und dort ”Farben“. Drücke auf die Schaltfläche ”Kalibrieren“, um deine individuelle Anpassung zu starten. Damit das Ergebnis möglichst genau zu deinem Bildschirm passt, solltest du ein Häkchen beim ”Expertenmodus“ setzen, der mehr Einstellungsmöglichkeiten bietet. Der Assistent führt dich durch verschiedene Schritte, mit denen du die vorgegebenen Werte zu Luminanz, Gamma-Wert und Farbtemperatur mit Hilfe von Testbildern verändern kannst.

 

 

Zum Schluss gibst du einen Namen für deine Einstellungen ein und fertig ist dein eigenes Farbprofil! Keine Angst, du kannst jederzeit zum ursprünglichen Profil zurückkehren, weitere Profile anlegen und diese auch wieder löschen. Viel Spaß beim Ausprobieren! Alle Programme und Geräte, die ColorSync verwenden, greifen jetzt übrigens auf dein Farbprofil zurück.

 

 

Kalibrierungsgerät für den Bildschirm

Um die Farbwiedergabe deines Monitors genauer zu messen als mit dem bloßen Auge kannst du auch spezielle Messgeräte zur Bildschirmkalibrierung verwenden. Diese Colorimeter, wie z.B. Spyder von Datacolor, messen die Farbdarstellung direkt auf dem Bildschirm. Die dazugehörige Software stellt die Farben des Bildschirms dann anhand einer LUT ein. Das Einsteigermodell Spyder4Pro kalibriert deinen Monitor mit sieben Sensoren im gesamten Farbspektrum, so dass Farbstiche, Übersättigungen, überstrahlte Bereiche und zu dunkle Schattenbereiche beseitigt werden.

Das Profi-Modell Spyder4Elite ist auch für mehrere Monitore, Projektoren, dein iPad und sogar iPhone geeignet. Ein weiterer Sensor misst Veränderungen in der Raumbeleuchtung und passt die Bildschirmhelligkeit entsprechend an. Mit einem Colorimeter und einem Bildschirm mit 10 Bit Farbtiefe lassen sich so beeindruckend realistische Farbeindrücke erzielen.

 

 

Selbstkalibrierender Monitor für professionelle Farbwiedergabe

Die einfachste Methode, für eine perfekte Farbkalibrierung zu sorgen, ist ein Profi-Monitor wie der EIZO CG276-BK, der ein integriertes Messgerät besitzt und sich damit vollautomatisch selbst kalibriert. Der 27″ (68,58 cm) große Wide Gamut-LCD-Monitor mit 10 Bit Farbtiefe ist wie geschaffen für professionelle Anwendungen. Er kann einen besonders großen Bereich aller tatsächlich darstellbaren Farben zeigen (Gamut = Farbpalette) und ermöglicht so die genaue Beurteilung von Farben für Foto, Film und Druck. Für verschiedene Zwecke wie Druckprozesse oder die Filmproduktion können 3D-LUT-Profile hochgeladen und für die jeweils korrekte Farbwiedergabe eingesetzt werden. Die EIZO ColorNavigator-Software und eine Lichtschutzblende machen die fehlerfreie Einstellung und Beurteilung der Farben so komfortabel wie möglich.

 

Übrigens: Egal welche Methode du anwendest, solltest du deinen Monitor immer wieder mal neu kalibrieren. Die Farbdarstellung verändert sich nämlich, z.B. mit dem Alter deines Bildschirms.

Na, bist du jetzt scharf darauf zu sehen, welche Qualitäten in deinem Monitor stecken? Auch wenn du für eine exakte Farbkalibrierung ein bisschen Zeit und Geld investieren musst, sparst du am Ende vielleicht sogar beides, weil du Fotos und Ausdrucke nur einmal machen musst, und zwar in perfekt realitätsgetreuen Farben. Manchmal können allerdings auch die ziemlich bunt und seltsam aussehen!

 

Quelle: http://www.gravis.de/blog/farbkalibrierung-alles-so-schoen-bunt-hier/

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