Farbmanagement

21. November 2014 | Von | Kategorie: Colormanagement, Farbe messen

Das Problem der Farben ist ganz einfach: Es gibt zu viele verschiedene.

und da kommt man schon mal durcheinander…

So viel zum Thema Farbmanagement…

Nein halt, es geht noch weiter: man benötigt Licht, um die Farben zu sehen…

Wenn es nur eine Lichtquelle (Art) und nur einen einzigen Farbton gäbe, wäre alles gut (äh, zumindest würden keine Farbabweichungen mehr auftreten)…

 

Halt stopp: wenn da nicht auch noch unser Gehirn ein Wörtchen mitzureden hätte…

Was ist wenn ich eine Farbfehlsichtigkeit habe (OK bei nur einer existierenden Farbe wäre dies evtl. zu vernachlässigen, wenn es die richtige Farbe ist)…

Also alles gar nicht so einfach mit dem Farben sehen…

 

Wenn ich nun das menschliche Farbempfinden ausschließe, komme ich schon einen Schritt weiter: Mit Messtechnik kann man „objektiv“ Farben messen. Dazu geeignet sind sog. Spektralmessgeräte (oder auch „Dreibereichsmeßgeräte), weil sie Farben exakt beschreiben und nicht subjektiv beurteilen. Der geeignete Farbraum in dem diese Messgeräte arbeiten ist (u.a.) der LAB-Farbraum.

L = Helligkeitswert,
A = Rot (magenta)–Grün-Achse,
B = Gelb–Blau-Achse

Somit kann man Farben mit Zahlen exakt definieren und auch vergleichen !

 

Also: Farbmanagement besteht aus dem Messen und Vergleichen von Farben.

 

Zum Licht: Licht ist nicht gleich Licht…

Wenn man eine gedruckte Farbe betrachten möchte (oder auch viele Farben z.B. in einem bunten Buch – ja so ähnlich wie ein e-book), sieht man diese nur wenn Licht vorhanden ist. Wenn das Licht weiß ist, ist alles gut, wenn nur rotes Licht vorhanden ist, sehen manche Farben doof aus– nur Rot ist immer noch schön! Warum ist das so?: Weil rote Druckfarbe rotes Licht zurückwirft und die anderen Druckfarben das rote Licht schlucken (weg isses). Grün und Blau sehen dann plötzlich schwarz aus… tztztz..

Das ist jetzt ein extremes Beispiel, aber ähnlich ist es auch, wenn das Licht nicht ganz exakt weiß ist. Da kommen wir zu der Frage wann ist Weiß weiß?

Da hat man sich in der Medienbranche geeinigt und bestimmte Normlichtvorgaben definiert. So gibt es z.B. das Normlicht D50 (D65), welches ungefähr dem mittleren Tageslicht entspricht.

genormtes Licht

Und jeder Drucker auf der Welt weiß das und hat an der Druckmaschine (wenn das Geld dafür reicht) zum Farbe abstimmen solch eine Lampe in Betrieb.

 

Zur Farbe: nicht zu viel und nicht zu wenig Farbe

Auch die Druckfarben sind genormt: Cyan, Magenta und Gelb sind immer gleich beschaffen und sollten (bei gleichem Farbauftrag – der auch gemessen wird) immer gleich aussehen. Gut, in verschiedenen Regionen gibt es auch abweichende Farbstandards – aber solange man in Europa drucken lässt, sind die Farben eines Druckverfahrens identisch.

Natürlich gibt es auch eine Norm, die besagt wie viel Farbe der Drucker auf das Papier zu drucken hat. Die Farbschichtdicke beim Offsetdruck wird im Medienstandard Offsetdruck vorgegeben und muss innerhalb einer bestimmten Toleranzgrenze liegen.
Inzwischen wird auch hier der Lab-Wert als Vorgabe für den Drucker vorgeschrieben. Wenn er also farbverbindlich drucken will, muss er ein Densitometer benutzen und die Farbschichtdicke jeder zu druckenden Grundfarbe messen und genau einstellen – oder mit einem Spektralfotometer den vorgeschribenen Lab-Wert für jede Farbe ansteuern.

Densitometer

ganz exakt: eine Remissionskurve (Spektralfotometer)

Aber auch das Papier spielt eine wichtige und entscheidende Rolle bei der Farbwahrnehmung, da die Druckfarben ja nicht deckend, sind sondern die Papierfarbe durchscheinen lassen. Wenn man z.B. die Farbe Cyan auf gelbes Papier druckt gibt es kein Cyan mehr, sondern es erscheint grün, da sich Papierfarbe und Druckfarbe mischen. Das geschieht natürlich mit allen Farben und so bekommt alles einen Gelbstich.

Da es aber nicht nur weißes und gelbes Papier gibt, sondern tausende verschiedenster Nuancen, kann man sich evtl. vorstellen, wie schwer es ist Farbgleichheit im Druckbild zu erzielen.

 

Fazit für den Druck:

  • Licht genormt
  • Farbe genormt
  • Papierweiß genormt?
  • Drucker mus gute Laune haben

Und dafür gibt es natürlich Gremien (BVDM & FOGRA), die sich um einen gemeingültigen Standard in der Druckbranche bemühen. So gibt es z.B. den Prozessstandard Offsetdruck (PSO), den Prozessstandard Digitaldruck (PSD) oder den Medienstandard Druck.

In diesen Standardwerken stehen alle Vorgaben für einen (möglichst) farbverbindliche n Workflow.

Vom Scannen angefangen (IT8-Chart), über verschiedene Monitordarstellungen, Digitalproofs bis hin zu den verschiedenen Druckverfahren, wird hier alles genormt und mit Maßzahlen vorgegeben. Es gibt Toleranzen, die man beachten muss und vorgegebene Farbprofile für jeden Anlass (Druckverfahren, Monitor, etc.). Es gibt Papierklassen mit definierten Papierweiß-Lab-Werten.

Man muss also nict in der Lage sein Farben sehen zu können… Man muss nur die richtigen Werte messen und zur Not nachregeln. Man muss die richtigen Farbprofile auswählen (und wissen wo man sie findet und einstellt).

Das ist Farbmanagement grob gesagt…

 

 

 

 

 

 

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