Histogramm

21. März 2013 | Von | Kategorie: Abschlußprüfung 2013, Bildbearbeitung

… wer lieber Filme guckt:

 

Was zeigt eigentlich das Histogramm?

 

Ein Histogramm zeigt die Helligkeitsverteilung eines Bildes an in Form eines fein gestuften Balkendiagramms von Schwarz (am linken Rand) bis Weiß (am rechten Rand). Dazwischen bekommt jede angezeigte Helligkeitsstufe einen Balken, dessen Höhe angibt, wie häufig dieser Helligkeitswert im Bild vorkommt. Ein vollständig schwarzes Bild hätte nur einen einzigen Balken mit einem maximalen Ausschlag am linken Rand des Histogramms. Besäße ein Histogramm eine ganz gleichmäßige Verteilung von tiefstem Schwarz bis hellstem Weiß mit allen dazwischen liegenden Werten, würde das Bild vermutlich einen Farb- oder Grauverlauf zeigen. Normalerweise hat ein Histogramm zahlreiche Zacken oder sanfte Kurven; bestimmte Helligkeitswerte kommen in dem Bild also häufiger vor als andere. Fotos mit überwiegend hellen Anteilen weisen in der rechten Hälfte ausgeprägte „Hügel“ im Histogramm auf, Fotos mit großen Schattenanteilen oder von überwiegend dunklen Motiven haben ihren Schwerpunkt eher im linken Teil des Histogramms.

 

Aus der Verteilung der verschiedenen Helligkeitsanteile eine korrekte Belichtung oder eine Fehlbelichtung zu erkennen, ist nicht ganz einfach und erfordert etwas Erfahrung. Diese erlangt man am besten, indem man die Histogramm-Anzeige an seiner Kamera häufig einschaltet und die Histogramme missglückter Aufnahmen im Bildbearbeitungsprogramm analysiert. Das oberste Foto zeigt die LCD-Monitor-Darstellung einer Fujifilm FinePix S7000; im gelben Rahmen können Sie die Histogramm-Anzeige erkennen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass das angezeigte Histogramm zum Motiv passen sollte. Fotografiert man also einen Gegenstand auf einem weißen Hintergrund, sollte das Histogramm ausgeprägte Ausschläge im ganz hellen Farbbereich haben. Reichen die höchsten Ausschläge nicht bis dicht an den rechten Rand des Histogramms, deutet dies auf eine Unterbelichtung hin, die bei einer solchen Aufnahmesituation häufig vorkommt (bei weißen Hintergründen muss häufig die Belichtungskorrektur benutzt werden).

 

 

Weist das fotografierte Motiv deutliche Kontraste auf, sollte auch die gesamte Breite des Histogramms mit nennenswerten Ausschlägen gefüllt sein. Hat bei einem normalen Foto, wie unserem Leuchtturm, das Histogramm gar keinen Ausschlag mehr im hellen Bereich, obwohl doch ein schöner weißer Leuchtturm und flauschige Wolken auf dem Bild sind bzw. sein sollten, dann ist das Foto unterbelichtet. Es wirkt „matschig“ und flau, besitzt zu wenig Kontrast. Hier ist glücklicherweise noch viel zu retten: Ein einfacher Mausklick auf den Auto-Knopf im Tonwertkorrektur-Dialog von Photoshop bzw. Photoshop Elements korrigiert die Aufnahme bereits nahezu perfekt. Anschließend verteilen sich die Ausschläge im Histogramm über die gesamte Breite. Allerdings weist das Histogramm aufgrund der erforderlichen starken Korrektur nun zahlreiche Lücken auf. Etliche Helligkeitswerte sind also im korrigierten Foto überhaupt nicht mehr vorhanden. Da die Zwischentöne fehlen, können Helligkeitsverläufe bei näherem Hinsehen stufig wirken. Bei unserem Leuchtturm können wir damit ganz gut leben (müssen wir ja auch, denn die Beispiele in diesem Fototipp sind authentisch).

 

 

 

 

Weitaus schlimmer als Unterbelichtungen sind Überbelichtungen. Bei einer deutlichen Überbelichtung bleibt die Aufnahme auch nach der Korrektur meist unbrauchbar, wie unser zweites Beispiel zeigt. Das Stadttor erscheint zu hell und wenig kontrastreich, der Himmel ist praktisch weiß (dabei war er doch strahlend blau). Das Histogramm zeigt entsprechend ausgeprägte Ausschläge am ganz rechten Rand. Dort ist nichts mehr zu retten, da keine Zeichnung mehr vorhanden ist. Auch der linke Bereich des Histogramms ist nicht in Ordnung. Hier reicht die Helligkeitsverteilung nicht bis zum linken Rand, obwohl doch das Motiv ausgeprägte Schattenpartien aufweist, bis hin zu tiefschwarz gestrichenen Holzbalken an rechten Haus. Hier kann eine Korrektur zumindest noch etwas Kontrast „herbeizaubern“. Angesichts der starken Überbelichtungen in der Straße und im Himmel rettet diese Maßnahme das Foto aber leider auch nicht. Wie man an dem Beispiel sieht, hätte dieses Malheur mit einer Histogrammanzeige während der Aufnahme und etwas Erfahrung gut vermieden werden können. Größere hellweiße Flächen sind in unserem Motiv überhaupt nicht enthalten, insofern hätten große Ausschläge am rechten Rand des Histogramms den Fotografen während der Aufnahme stutzig machen können. Zur Sicherheit hätte er dann mehrere weitere Aufnahmen (Belichtungsreihe) mit unterschiedlicher, knapperer Belichtung gemacht.

 

Quelle: http://www.digitalkamera.de/

 

 

 

Fotografie Grundkurs (2/11): Das Histogramm

 

Der zweite Teil unserer neuen Serie für Fotografie-Einsteiger gibt Ihnen einen kurzen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten des Histogramms (Der erste Teil ist hier zu finden).

Das Histogramm ist ein einfaches Hilfsmittel um die Belichtung ihres Bildes direkt nach der Aufnahme in der Kamera zu kontrollieren, oder um in der Nachbearbeitung die Helligkeit oder den Kontrast zu optimieren.

Auch wenn Sie Einsteiger sind, ist Ihnen dieses Problem sicherlich bekannt: Sie haben gerade ein tolles Motiv fotografiert und schauen sich das Ergebnis auf dem LCD-Display ihrer Kamera an. Je nach Umgebungslicht erscheint Ihnen das Bild zu hell oder zu dunkel. Während Sie rätseln ob ihre Belichtung gut ist oder nicht, kippen Sie die Kamera vor sich leicht hin und her und werden immer unsicherer. Ein kurzer Blick auf das Histogramm kann Ihnen an dieser Stelle Aufschluss geben, ob die Belichtung stimmt.

Das Histogramm zeigt die Verteilung der im Bild vorhandenen Tonwerte. Auf der horizontalen Achse werden die Helligkeitswerte von Schwarz (links) bis Weiß (rechts) angegeben. Auf der vertikalen Achse kann die Anzahl der einzelnen Tonwerte abgelesen werden. Je häufiger ein Helligkeitswert im Bild vorkommt, desto höher ist der entsprechende Balken.

Über/Unterbelichtung erkennen

Aber was sagt nun dieser Kurvenverlauf?
Bei einer gut belichteten Aufnahme sind die Tonwerte gleichmäßig über das Histogramm verteilt. Die Höchstwerte der einzelnen Tonwerte liegen im mittleren Bereich und die Anzahl der Tonwerte nimmt zu den Rändern des Histogramms hin ab.

Bildet die Kurve des Histogramms einen Schwerpunkt im linken, dunklen Bereich ist die Aufnahme aller Wahrscheinlichkeit nach unterbelichtet. Umgekehrt ist eine Häufung im rechten Bereich ein starkes Anzeichen für Überbelichtung.
Es gibt einige Ausnahmen, bei denen Abweichungen vom “idealen” Histogramm erwünscht sind. Ein Beispiel dafür ist die Low-Key Fotografie, ein Gestaltungsstil der oft in der Schwarz-Weiß Fotografie eingesetzt wird. Diese Bilder weisen viele schwarze und dunkle Bildbereiche auf, deshalb werden auch überwiegend dunkle und mittlere Tonwerte im Histogramm zu sehen sein. High-Key-Fotografie folgt dem selben Prinzip, dreht sich aber um überwiegend helle Bilder.

Kontrastumfang beurteilen

Neben der Helligkeit kann man anhand des Histogramms auch den Kontrastumfang der Aufnahme, also der Abstand zwischen den dunkelsten Bildpunkten zu den hellsten Bildpunkten, überprüfen. Je mehr Tonwertstufen in ihrem Motiv vorkommen, desto größer ist der Kontrastumfang ihrer Aufnahme und desto ausgeglichener ist das Histogramm. Zeigt nur ein kleiner Teil des Histogramms Ausschläge, dann ist das Motiv kontrastarm. Verteilen sich die Ausschläge über die ganze Breite, wurde der maximale Kontrastumfang, den die Kamera aufzeichnen kann, ausgenutzt.

Besonderes Augenmerk sollte darauf gelegt werden, den maximalen Kontrastumfang nicht zu überschreiten. Solange die Aufnahme innerhalb des Kontrastumfangs der Kamera bleibt, kann man in der Nachbearbeitung auch leichte Über- oder Unterbelichtungen korrigieren. Wenn der Kontrastumfang überreizt wird, kann die Kamera manche Bildbereiche jedoch gar nicht richtig erfassen. Diese sind dann nur noch rein weiße (überbelichtete) oder rein schwarze (unterbelichtete) Flächen. Auch diese Fälle  können mit Hilfe des Histogramms gut erkannt werden.

Ist Ihr Motiv zu kontrastreich, dann können Sie im Histogramm nur einen eingeschränkten Tonwertumfang sehen. Die Bildbreiche die zu hell und damit im Bild “ausgefressen” sind, verursachen im Histogramm einen Ausschlag im weißen Tonwertbalken (ganz links). Ob in ihrem Bild zu dunkle Bereiche vorhanden sind, erkennen sie an den Tonwertbalken rechts im Histogramm. Die Kurve sollte auf beiden Seiten möglichst ruhig auslaufen. Wird sie aprupt abgeschnitten, konnte die Kamera den jeweiligen Helligkeitsbereich nicht mehr verarbeiten.

Sollte Ihr Motiv zu kontrastreich sein dann tendieren Sie lieber dazu, das Bild etwas unterzubelichten. Da in den “ausgefressenen” Stellen keine Bildinformation vorhanden ist, kann hier auch in der Nachbearbeitung nichts korrigiert werden. Es besteht aber die Möglichkeit dunkle Bildbereiche in ihrer Helligkeit anzuheben. Wird die Helligkeit allerdings zu stark angehoben tritt unter Umständen Bildrauschen auf. Deshalb sollte bereits bei der Aufnahme auf eine möglichst optimale Belichtung geachtet werden.

Nicht nur bei der Aufnahme sondern auch in der Nachbearbeitung dient das Histogramm zur Beurteilung des Bildes. In dem Bildbearbeitungsprogramm Ihrer Wahl können Sie sich das Histogramm aufrufen und die Veränderungen während der Bearbeitung überprüfen. (In Photoshop beispielsweise finden Sie das Histogramm unter dem Menüpunkt Fenster -> Histogramm.)

 

 

Quelle: http://blog.posterxxl.de/

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