Nivea neu spationiert !

15. März 2013 | Von | Kategorie: Typografie, Vorher - Nachher

das Original

korrigiert

Nivea: Das Logo mit der Lücke

Die britische Creative Review widmet sich heute dem überarbeiteten Verpackungsdesign der weltweit vertriebenen Nivea-Kosmetik-Produkte und titelt spöttisch: »A cleaner, simpler N IVEA«. Dabei spielt der Autor Patrick Burgoyne auf den miserabel spationierten NIVEA-Schriftzug an, der seit einigen Jahren im Einsatz ist – mit einem auffällig weiten Abstand zwischen dem ersten und zweiten Buchstaben. Allerdings war die Logotype gar nicht Gegenstand des Redesigns, wie gestern bereits ein Kommentator im Designtagebuch treffend vermerkte. Und das ist schade, wäre doch die Überarbeitung von Fuseproject der ideale Zeitpunkt für die Behebung dieses Uraltfehlers.

Vertraut man der Nivea-Markenhistorie auf Pinterest, wurde der falsche Buchstabenabstand (er betrifft nicht nur N und I, sondern alle 5 Buchstaben) vor 20 Jahren eingeführt. Anfang 2000 bekam der Schriftentwerfer Achaz Prinz Reuss von Beiersdorf den Auftrag, aus dem Nivea-Logo eine komplette, eigenständige Schrift zu entwerfen. Ende 2000 schloss er die Arbeit ab. Ausgehend von der Kompromiss-Hauschrift Metro Black von William A. Dwiggins aus den 30er Jahren hatte Reuss eine Schriftfamilie mit zwölf Schnitten sowie eine Textversion erstellt. Seitdem wird für die Marke zur Identitätssteigerung ausschließlich dieser Zeichensatz verwendet, von der Korrespondenz über die Printanzeigen oder Fließtexte bis zur Verpackung – natürlich auch im Ausland, unter anderem mit den passenden kyrillischen und griechischen Zeichen.

 

Dass der Schriftentwerfer wahrscheinlich nicht für die Spationierung des Logos verantwortlich ist, verrät ein Blick auf die aktuelle Website. Dort zeigt sich die Nivea Bold in Überschriften – als Webfont, harmonisch spationiert – in Bestform:

Website

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