Ohne Licht keine Farben!

3. November 2013 | Von | Kategorie: Farbe sehen

Ohne Licht keine Farben!

Was ist Licht?

In absoluter Dunkelheit kann man keine Farben sehen. Zum Farbensehen brauchen wir Licht.
Da das Auge auf Licht und Farbreize (Stimulus) reagiert, ist zunächst zu klären, was diese Begriffe bedeuten.
Sichtbares Licht ist ein bestimmter Ausschnitt aus dem Spektrum der elektromagnetischen Wellen. So wie unser Ohr nur für einen bestimmten Bereich von Tonschwingungen geeignet ist, kann unser Auge nur einen begrenzten Teil der elektromagnetischen Schwingungen aufnehmen und verarbeiten.
Die Wellen dieses Spektrums sind hauptsächlich durch die sogenannte Wellenlänge charakterisiert. Je kleiner diese ist, umso energiereicher ist die Strahlung. (So ist verständlich, wieso die Strahlung mit kürzerer Wellenlänge, zum Beispiel Röntgen- oder radioaktive Strahlung, schädlich für den Menschen sind.) Der für das Auge sichtbare Bereich erstreckt sich von ca. 400 Nanometer (blauviolett) bis ca. 700 nm Wellenlänge (rot).

 

Die Farbmischung beim Sehen

Die Additive Farbmischung
Lichtstrahlen, die von einem Selbststrahler (Kerze, Sonne, Lampe) ausgesendet werden, heißen Lichtfarben.
Die Energien dieser Strahlen addieren sich beim Überschneiden, das heißt, die Farbe des gemischten Lichtes wird heller. Deshalb spricht man bei dieser Farbmischung von additiver Farbmischung.
So entsteht durch das Mischen des Lichtes einer roten Lichtquelle mit dem einer grünen Lichtquelle die Lichtfarbe
Gelb. Der Farbeindruck weiß entsteht dann, wenn Farben aller drei Bereiche vollständig in das Auge einfallen;
fällt kein Licht ins Auge, ist der Farbeindruck schwarz.
Beim Sehen ist es jedoch meist der Fall, daß das ausgesendete Licht eines Selbststrahlers nicht direkt ins Auge
fällt. Wir sehen vielmehr jene Lichtstrahlen, die die Gegenstände im Blickfeld zurückwerfen (remittieren).
Die Farbmischung beim Sehen:
Mit den drei Zapfenarten im Auge werden die reflektierten Farbanteile erkannt und zur Körperfarbe des Gegenstands gemischt.
Jeder Gegenstand hat aufgrund seiner stofflichen Zusammensetzung die Eigenschaft, einige Lichtfarben, mit denen er angestrahlt wird, zu schlucken (absorbieren) und andere zu remittieren. Die Bereiche, die zurückgeworfen
werden, bestimmen seine Eigenfarbe, die sogenannte Körperfarbe. Unser Postauto ist gelb. Wird es mit weißem Licht angestrahlt, verschlucken die Farbpigmente des Autolackes die blauen Lichtanteile. Die übrigen werden remittiert und erzeugen beim Betrachter den Farbeindruck gelb, da im Auge die Zapfen für rot und grün gleichzeitig angesprochen werden.


Man kann also die echte Eigenfarbe eines Körpers nur dann sehen, wenn er mit Licht bestrahlt wird, das alle
Lichtfarben enthält, die der Körper remittiert. Beleuchten wir unser Postauto nur mit blauem Licht, welches der
Lack absorbiert, erscheint es uns schwarz, da kein Licht zurückgeworfen wird, bzw. die entsprechenden Anteile
(rot und grün) beim Beleuchter fehlen.
Die subtraktive Farbmischung
Mischen sich Farbstoffe (keine Lichtfarben!) so, daß für das Auge ein neuer Körperfarbeneindruck entsteht (Malkasten, Aquarellfarben usw.), spricht man von subtraktiver Farbmischung. Die gemischte Körperfarbe ist immer dunkler als die hellste der Ausgangsfarben. Der Farbbereich, den die Mischfarbe verschluckt, ergibt sich aus der Summe der absorbierten Farbbereiche der Ausgangsfarben. Das heißt, je mehr Körperfarben gemischt werden, desto dunkler und schmutziger erscheinen uns die Mischfarben. Theoretisch ergibt die Mischung aller Körperfarben schwarz.
Daß eine Druckmaschine nicht jeden Farbton eines Bildes mit seiner eigenen Farbe drucken kann, versteht sich leicht, bedenkt man den technischen Aufwand eine Maschine mit mehreren Millionen Druckwerken bauen zu
müssen. Angelehnt an das Farberkennungssystem des Auges druckt man im Regelfall mit den drei Farben cyan
(blaugrün), magenta (rotblau) und gelb. Zur Verstärkung der Kontraste und Konturen kommt noch als vierte Farbe
schwarz dazu.

 

Jürgen Bechtel

Keine Kommentare möglich.