Renderpriorität | Rendering Intent

9. Februar 2015 | Von | Kategorie: Colormanagement, Farbkonvertierung, NEWS

Proof: farbmetrisch!

metrisch – zum nachmessen

„farbmetrisch“ meint colormetric, Farbmessung entsprechend der menschlichen Wahrnehmung

auch clipping: beschneiden, Farben außerhalb des Zielfarbraumes werden auf den Rand des Zielfarbraumes projiziert. Farben, die in beiden Farbräumen vorhanden sind, bleiben erhalten.

relativ farbmetrisch

  • Der Weißpunkt wird nicht verschoben.
  • Proof ohne Simulation der Papierfarbe, also auf Auflagenpapier (Diese Proof-Logik ist heutzutage in der Praxis selten bis nie anzutreffen, da als Proofdrucker Tintenstrahler verwendet werden und diese nur auf speziellem Papier ein optimales Ergebnis erzielen.)

absolut farbmetrisch

  • Der Weißpunkt wird verschoben.
  • Proof mit Simulation der Papierfarbe (gegenwärtig die übliche Art, einen Proof zu erstellen, siehe oben)

Kein Proof, Mediale Aufbereitung

Sättigung

  • lineare Komprimierung
  • Sättigung wird auf Kosten des Farbtones genauer wiedergegeben
  • gut für die Konvertierung von  Grafiken

perzeptiv („fotografisch“)

  • logarithmische Komprimierung
  • der menschlichen Wahrnehmung entsprechend
  • gut für die Konvertierung von Fotos, besonders, wenn wichtige Farben bzw. Strukturen außerhalb des Zielfarbraumes liegen

In the Wild: einer für alle

relativ farbmetrisch

  • Standard in Photoshop
  • gute Qualität bei der Konvertierung (Gamut Mapping) von Fotos, die keine Probleme bereiten oder Farbräumen, die fast identisch sind

Tiefenkompensierung

nur bei relativ farbmetrisch

  • ohne Tiefenkompensierung für den Proof
  • mit Tiefenkompensierung bei der Konvertierung, z.B. wenn relativ farbmetrisch als Ersatz für perzeptiv verwendet wird.

Beispiele für fast identische Farbräume

CMYK, verschiedene Varianten des Offset auf gestrichenem Papier (coated)
Falsch zugewiesene Profile oder falscher Rendering Intent sind nur schwer zu erkennen – eventuelle nur im direkten Vergleich.

Beispiele für sehr unterschiedliche Farbräume

 

verschiedene RGB-Profile untereinander oder auch CMYK zu RGB
Falsch zugewiesene RGB-Profile ergeben drastische Farbverschiebungen.

Beispiel für ein unproblematisches Bild bzw. problemloses Gamut Mapping

Das Bild verwendet nur Farben, die auch im Zielfarbraum vorhanden sind. Eine farbmetrische Konvertierung (Clipping) kann nichts beschädigen; wo nichts ist, wird auch nicht abgeschnitten. Viele Motive enthalten lediglich Körperfarben, mit Körperfarben wird gedruckt. Deshalb gibt es oft auch keine Probleme beim Konvertieren. Eine Simulation der Papierfarbe (absolut farbmetrisch) ist auch selten und wenn, dann wird sie von der Proof-Software (Softproof-Dialog, Drucker …) durchgeführt. Darum ist relativ farbmetrisch der voreingestellte Render Intent in der Creative Suite.

Beispiel für anspruchsvolle Konvertierung

 

In RGB-Bildern können Lichtfarben enthalten sein. Gedruckt werden aber nur Körperfarben. Papier ist keine Lampe!
Hier wird man den Rendering Intent mit Sorgfalt wählen müssen.

 

Quelle: http://www.hannes-kraeft.de/pages/grafik/farbmanagement/renderprioritaet.php

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