schlechte Präsentationen

schlechte Präsentationen

Eine schlechte Präsentation zu machen, ist gar nicht so einfach.

Richtig schlechte Vorträge sind wahrhaft eine Kunst. Wenn ich einen besonders schlechten Vortrag mit einer Präsentationssoftware machen möchte, dann muss ich dringend die folgenden Regeln beachten:

Richtig superschlecht wird der Vortrag, wenn die Software, die ich einsetze, nicht auf dem Schul-PC vorhanden ist.
Am besten probiere ich das auch vorher gar nicht aus. Nett ist auch, wenn ich die Daten auf einer Diskette habe, der PC aber kein entsprechendes Laufwerk.
Grundsätzlich gilt die Regel: Die Präsentation ist wichtiger als der Inhalt. Wenn ich nur nette Effekte einsetze, fällt gar nicht auf, dass ich inhaltlich kaum vorbereitet bin. Daher Faustregel: 95% der Vorbereitungszeit in die Präsentation, 5% in den Inhalt investieren.
Mein Vater ist Optiker und meine Mutter Ohrenärztin. Daher rede ich schön leise und stelle das Bild so klein ein, dass meine Eltern neue Kunden bekommen.
Je schriller und unlesbarer die Farben, je ausgefallener der Schriftsatz, je zahlreicher die Effekte, desto grandios schlechter der Vortrag. Am besten bringe ich auch ganze Romane auf meinen Folien unter – die lasse ich dann so schnell durchlaufen, dass niemand mehr folgen kann, dann hat auch niemand Fragen.
Ich sollte ja eigentlich nur 10 Minuten lang reden, das hatte ich so abgesprochen, aber nach 10 Minuten kann man gar nicht mit dem Thema fertig sein. Daher dehne ich spontan die Zeit auf 50 Minuten aus und erzähle alle Kleinigkeiten, die ich mir vorher mühevoll angelesen habe, denn das sollen ja die Zuhörer merken, dass ich viele Informationen
weiterzugeben habe.
Das wichtigste an den Folien sind die Bildchen. Ohne Cliparts kein schlechter Vortrag. Sie lenken die Aufmerksamkeit ab, wenn man nur genügend von ihnen auf eine Folie packt. Mindestens so viele Bilder wie Wörter sollten schon auf einer Folie sein. Profis lassen die Bilder sogar noch ständig blinken. So ist man es ja aus dem Fernsehen gewöhnt.
Den Vortrag mache ich ja nur für den Lehrer bzw. für die Note. Daher schaue ich ihn die ganze Zeit an und beantworte auch nur von ihm Fragen.
Am besten läuft?s, wenn ich alles, was ich sage, auch gleichzeitig noch auf die Folien schreibe. Denn der Mensch ist ja grundsätzlich so ausgelegt, dass er gleichzeitig zuhören, schreiben und nebenher noch was lesen kann. Es ist ja eh viel zu aufwändig, zu überlegen, wie man das auch kürzer formulieren oder Grafiken gestalten könnte, die das Gesagte ohne große Worte unterstützen …

 

Übung

1. Setzen Sie sich mit der Anleitung für eine schlechte Präsentation auseinander. Können Sie weitere Regeln ergänzen?

………………………………………………………………………………………………………..

………………………………………………………………………………………………………..

………………………………………………………………………………………………………..

 

2. Schreiben Sie eine Art „Kochbuchrezept“ für die Vorbereitung einer guten Präsentation.
………………………………………………………………………………………………………..

………………………………………………………………………………………………………..

………………………………………………………………………………………………………..

 

3. Vergleichen Sie die Medien Tafel, Overheadprojektorfolien, Blätter und Präsentationssoftware (Beamer) in Hinsicht auf Tauglichkeit für eine Präsentation.
Stellen Sie eine Tabelle mit Vor- und Nachteilen zusammen.
………………………………………………………………………………………………………..

………………………………………………………………………………………………………..

………………………………………………………………………………………………………..
4. Diskutieren Sie:  Welche Kriterien stellen Sie an eine Software, mit der Sie eine gute Präsentation gestalten wollen?

………………………………………………………………………………………………………..

………………………………………………………………………………………………………..

………………………………………………………………………………………………………..
5. Vergleichen Sie eine Textverarbeitung mit einer Präsentationssoftware.

………………………………………………………………………………………………………..

………………………………………………………………………………………………………..

………………………………………………………………………………………………………..