Welcher Farbmodus für welchen Zweck?

3. November 2013 | Von | Kategorie: Farbkonvertierung, Farbmodus, Farbseparation

Welcher Farbmodus für welchen Zweck?

Mit dem Bild-Befehl Modus legen Sie in Photoshop den Farbmodus fest. Der sinnvollste Farbmodus hängt ganz vom Verwendungszweck eines Bildes ab.
Faustregel:  Wechseln Sie den Modus möglichst selten !

RGB vs. CMYK
RGB-Farbe ist generell der vielseitigste Modus: Wenn Sie sich über den Modus unsicher sind oder wenn Photoshop sich unerwartet verhält – wechseln Sie zu RGB-Farbe mit 8-Bit-Farbtiefe. Grundsätzlich gilt: Wandeln Sie ein Bild nur einmal von RGB nach CMYK um, und zwar dann, wenn alle Vorgaben in den Farb­einstellungsmenüs stimmen.
Mehrmaliges Konvertieren kostet Qualität, da speziell auf dem Weg von RGB nach CMYK wegen des kleineren Farbumfangs Informationen verschluckt werden, die später nicht wieder dazugerechnet werden können.
Behalten Sie immer eine RGB-Version zurück – sozusagen den naturbelassenen Scan –, so dass Sie notfalls neu vom Original aus nach CMYK separieren können.
RGB kostet mit seinen drei Farbkanälen ein Viertel weniger Speicherplatz als CMYK (vier Druckfarben) und entlastet damit den Arbeitsspeicher. So behält man zunächst RGB, sofern das Bild nicht schon in CMYK ankam. Angesagt ist der RGB-Modus auch, wenn Sie Bilder für die Monitor- oder Videodarstellung aufbereiten, denn Monitore funktionieren nach dem RGB-Schema. Im Internet herrscht weitgehend RGB vor (Graustufen sind rein technisch auch möglich.)
Und wenn Sie drucken: Sofern Ihnen ein RGB-Bild vorliegt, machen Sie die groben Korrekturen in RGB und wechseln Sie erst für die Feinheiten nach CMYK, wo Sie Lichter und Tiefen neu überprüfen. Nur zur Ansicht in den CMYK-Farbraum bringt Sie der Ansicht-Befehl Farbproof.
CMYK bietet sich auch an, wenn Sie Arbeiten allein im Schwarzkanal vornehmen wollen, etwa einen Schatten anlegen. Erzeugen Sie gar komplette Farbflächen für den Vierfarbdruck, etwa mit dem Verlaufswerkzeug  und bunten Pinseln, dann arbeiten Sie unbedingt in CMYK mit korrekten Separationsvoreinstellungen.
Bekommen Sie jedoch ein Bild im CMYK-Modus, das zuviel Arbeitsspeicher frisst, dann verwandeln Sie es nicht nach RGB, sondern nach Lab – die Dateigröße sinkt um ein Drittel.

Photo-CD-Bilder, die später nach CMYK konvertiert werden sollen, lassen Sie sich gleich als Lab kommen. Interessant ist der Lab-Modus überdies, wenn Sie die Helligkeit eines Bildes (den L-Kanal) unabhängig von den Farbwerten verändern wollen, zum Beispiel beim Schärfen.
Farbdateien sind im Grunde aus mehreren Graustufenbildern zusammengesetzt: für jede Grundfarbe ein so genannter Farbauszug oder Farbkanal. Bei RGB-Dateien liegen die drei Farbauszüge Rot, Grün und Blau übereinander; jeder kodiert in der Grundausführung mit acht Bit, insgesamt sind also dreimal acht Bit gleich 24-Bit-Farbtiefe möglich. Macht 224 gleich 16,7 Millionen unterschiedliche Farben, das so genannte Truecolor.

Auch das Lab-Farbmodell basiert auf drei Auszügen, kommt also auf die gleiche Farbtiefe.

Dagegen setzt sich das CMYK-Modell der Druckvorstufe sogar aus vier Kanälen zusammen, Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz; somit ergibt sich eine Farbtiefe von vier mal acht beziehungsweise 32 Bit.
Fragt sich nur, ob und wann man nach CMYK umwandelt:
Einerseits sagt die Monitorvorschau im CMYK-Modus mehr über das spätere Druckergebnis aus als die RGB-Version, auch bestimmte Filteroperationen wie das Schärfen sollte man erst am CMYK-Bild anwenden. Wollen Sie Schatten einsetzen, dann macht das im CMYK-Modell oft am meisten Sinn, weil Sie hier den separaten Schwarzkanal verwenden können.
Für längeres Verweilen im RGB-Modus spricht andererseits, dass der Arbeitsspeicher statt mit vier nur mit drei Bildkanälen strapaziert wird und dass mehr Funktionen zur Verfügung stehen.

Bedenken Sie, dass Sie aus dem RGB-Modus heraus eine CMYK-Vorschau zur Verfügung haben, die nicht zum endgültigen Konvertieren nach CMYK zwingt; gemeint ist der Befehl Ansicht: Farbproof (Strg+Y), den Sie mit Ansicht: Proof einrichten näher definieren.

Graustufen
Der Graustufenmodus dient dazu Bilder für den reinen Schwarz-Weiß-Druck aufzubereiten.

Duplex
Mit Hilfe des Duplex-Modus lassen sich zweifarbige Bilder für den Druck erzeugen. Es lassen sich so zwei Druckplatten belichten, die nicht auf die Skalengrundfarben (CMYK) festgelegt sind. Meist wird eine Kombination von Schwarz und einer Sonderfarbe (HKS oder Pantone) erzeugt. Auch um eine besonders hohe Druck-Qualität im Schwarz-Weiß-Druck (größerer Tonwertumfang, tieferes Schwarz) zu erreichen, kann man mit Duplex-Druck (zwei Schwarztöne, bzw. Grau) arbeiten.
Zum besseren Belichten und um einzelne bearbeitbare Farbkanäle zu bekommen, wandeln Sie Ihr Duplex-Bild in den Mehrkanalmodus um.

Lab
Die RGB-Daten rechnet Photoshop stets auf dem Umweg über das Lab-Farbmodell nach CMYK um. Lab ist eine geräteunabhängige Farbraumbeschreibung, deren Farbraum RGB und CMYK einschließt; Lab hat also ein weiteres Farbspektrum als RGB und CMYK. Lab ist aufgeteilt in einen Helligkeitskanal (L, für Luminanz) – er entspricht einer Graustufenversion des Bildes – und zwei Kanäle für die Farbe: a von Grün bis Magenta, b von Blau bis Gelb. Lab ist auch das interne Farbmodell von PostScript Level II und III.
Manchmal lohnt es sich, unmittelbar den Modus: Lab Farbe anzuwählen:

  • Etwa wenn Sie die Helligkeitswerte eines Bildes unabhängig von den Farbtönen bearbeiten wollen – zum Beispiel beim Schärfen oder Stören ein lohnendes Verfahren.
  • CMYK-Bilder lassen sich speicherschonend und ohne Verlusste nach Lab konvertieren, das mit seinen drei Kanälen weniger Arbeitsspeicher beansprucht, als das auf vier Farben basierende CMYK, und dann wieder zurückverwandeln.
  • Theoretisch können Sie ein Bild im Lab-Modus unmittelbar an einen Belichter schicken, ohne es überhaupt erst nach CMYK zu konvertieren.

Mehrkanal
Zu den Farbsystemen gibt es auch noch Sonderfarben, wie HKS oder Pantone. Dieses sind reine Farben, die nicht mehr gemischt werden müssen. Daher sind sie auch intensiver als Prozeßfarben. Die Farben werden häufig als feste Firmenfarbe in Logos eingebaut, da es dann keine Farbschwankungen gibt.
Auch um homogene Flächen ohne Moiree-Erscheinungen zu drucken, bieten sich Sonderfarben an.
Allerdings kann man diese Farben auch in Prozeßfarben umwandeln.
Manche Farben, wie Gold oder Silber (aus dem Pantone-System) kann man nicht in Prozeßfarben umwandeln. Diese Sonderfarben gibt es für verschiedene Papiersorten.

Bitmap
Im Bitmap-Modus wird einer von zwei Farbwerten (Schwarz oder Weiß) verwendet, um die Bildpixel darzustellen.
Bilder im Bitmap-Modus werden als Bitmap- oder 1-Bit-Bilder bezeichnet, weil sie eine Farbtiefe von 1 haben. Bitmapbilder beanspruchen den geringsten Speicherplatz.
Über den „Schwellenwert“ wird zugewiesen ab welcher Helligkeit Weiß, bzw. ab welchem dunklen Farbton Schwarz ausgegeben werden soll.
Jürgen Bechtel

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